Die Feldlerche – Vogel des Jahres 2019

Zum Vogel des Jahres 2019 wurde ein recht unscheinbarer Vogel gekürt – die Feldlerche. Damit trägt sie bereits zum zweiten Mal den Titel.

Leider hat die erste Warnung nichts gebracht und die Anzahl der Brutpaare hat sich weiter dezimiert. Einst ein Allerweltsvogel, der überall in der menschlichen Kulturlandschaft anzutreffen war, ist die Feldlerche inzwischen ein gefährdeter Vogel, welcher auch auf der Roten Liste Kategorie 3 „gefährdet“ steht.

Steckbrief Feldlerche

Wissenschaftlicher NameAlauda arvensis
Englischer Name:  Skylark
Familie: Lerchen (Alaudidae)
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Vorkommen: weltweit in Europa, Asien und Nordafrika
Lebensraum: wenig feuchte, weite offene Flächen, landwirtschaftliche Kulturflächen
Größe: 16 bis 18 Zentimeter, Flügelspannweite 30 bis 35 Zentimeter
Gewicht: 30 bis 45 Gramm
Balzzeit: März bis April
Brutzeit: April bis Juli, oft zwei Bruten
Gelege: 2-6 grau-gelbe Eier mit braunen Sprenkeln
Nahrung: tierische (Insekten) und pflanzliche (Samen, Keime, Gras) Nahrung

Gute Tarnung in der Landschaft

Mit ihrem bräunlichen, gestreiften Gefieder ist die Feldlerche wunderbar in der Kulturlandschaft getarnt. Häufig wird sie zuerst gehört und dann erst gesehen. Der Rücken ist beige bis rötlichbraun gestreift, der Bauch und die Flügelunterseiten sind weiß. Die Schwanzfedern besitzen eine dunkle Unterseite sowie weiße Ränder. Die Brust ist mehr ins helle braun und gestreift. Über dem Auge besitzen die Feldlerchen einen weißen Streifen und sie haben einen hellen Wangenfleck. Die Männchen haben eine kurze Haube, welche sie in der Balz aufstellen können. Der hornfarbene, kräftige Schnabel ist gerade, die Augen schwarz. Sie besitzen eine lange Hinterkralle, auch Lerchensporn genannt.

Gesang der Feldlerche

Die Feldlerche, vor allem die Männchen, haben einen lauten Gesang, der von Ende Januar bis Juli von morgens bis abends erklingt. Sie singen und tanzen balzend am Himmel, stürzen sich im Sturzflug zu Boden, um knapp davor wieder nach oben zu ziehen. Seltener trällern sie ihr Lied am Boden. Bis zu 15 Minuten kann das Männchen seinen Gesang vortragen. Der Gesang der Feldlerche ist sehr abwechslungsreich mit trillernden und rollenden Tönen. Damit möchte das Männchen auf sich aufmerksam machen. Weiterhin markiert er mit dem Gesang sein Revier. Die Weibchen singen um einiges leiser und mehr am Boden als in der Luft.

Feldlerche als Nesthocker

Die Feldlerche bleibt während der Paarung, dem Brüten und der Aufzucht der Jungtiere zusammen. Das Weibchen legt zwei bis sechs grau-gelbe, durch feine braune Flecken gesprenkelte Eier sieben Zentimeter tiefe Mulde, die mit Tierhaaren und Pflanzenteilen ausgepolstert wurde. Das Brüten übernimmt alleine das Weibchen. Bis zu 12 Tage werden die Eier bebrütet, bevor die Jungen schlüpfen. Sie verbleiben dann weitere zwei Wochen im Nest, bevor sie langsam die Umgebung auf dem Boden erkunden. Die ersten Tage laufen sie den Eltern hinterher und werden durch sie mit Nahrung versorgt. Mit rund drei Wochen werden die Jungtiere flügge.

Feldlerche als Kurzstreckenzieher

Je nach dem, wo die Feldlerche beheimatet ist in Europa, zieht sie kurze Strecken oder bleibt vor Ort. In den Gebieten, wo es im Winter keine lang andauernde Schneedecke gibt, bleiben die Vögel als Standvogel vor Ort. In den Gebieten mit dichter Schneedecke ziehen die Vögel im Winter in den Mittelmeerraum und teilweise bis zur Sahara. Ab Mitte Januar kehren sie dann nach Europa zurück.

Gefährdeter Vogel

Die Feldlerche ist der häufigste Offenlandvogel in Mitteleuropa. Im Jahr 2008 wurden noch 2,1 bis 3,2 Millionen Brutpaare geschätzt. Doch seitdem ist die Feldlerche stark zurückgegangen. Es wird mit einem Rückgang seit den 70er Jahren um 50 bis zu teilweise 90 Prozent gesprochen. Zwar zählt sie weltweit als ungefährdet, doch in Deutschland ist sie in der Roten Liste Kategorie 3.

Die intensive Bewirtschaftung der Böden sowie die Monokulturen mit wenig Abwechslung verdrängen die Feldlerche in Deutschland. Sie findet keine Brutplätze mehr. Oder sie brütet dann in den freien Traktorspuren, wo sie überfahren werden. Auch extensives Mähen führt zur Zerstörung der Nester. Durch den Einsatz von Pestiziden wird die Nahrung der Feldlerche dezimiert. Es muss ein Umdenken stattfinden, damit der Gesang der Feldlerche auch in Zukunft in Deutschland zu hören ist.