Tiere und Pflanzen des Jahres 2019

Jedes Jahr küren verschiedene Organisationen die Natur des Jahres. Damit wollen sie auf bestimmte Tiere und Pflanzen aufmerksam machen, die entweder zu den bedrohten Arten zählen oder eine besondere Anerkennung verdienen. 

In aller Kürze sollen hier die Tiere und Pflanzen des Jahres 2019 in den einzelnen Kategorien vorgestellt werden. Wer ist es geworden und steht im kommenden Jahr im Fokus?

Tiere des Jahres 2019

Wildtier des Jahresdas Reh – Deutsche Wildtierstiftung
Vogel des Jahresdie Feldlerche – NABU
Lurch des Jahres – Bergmolch – Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde
Fisch des Jahresder Atlantische Lachs – Verband deutscher Sporttaucher, das Bundesamt für Naturschutz und der Deutsche Anglerfischverband
Schmetterling des Jahres – das Schachbrett – Bund NRW Naturschutzstiftung
Insekt des Jahres –Rostrote Mauerbiene – BFA Entomologie im NABU
Libelle des Jahres – Schwarze Heidelibelle- BUND
Wildbiene des Jahres –schwarzblaue Sandbiene – Arbeitskreis Wildbienen-Kataster
Nutztierrasse des Jahres –Mangalitza Wollschwein- Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen
Höhlentier des Jahres – Gemeine Höhlenstelzmücke – Verband der deutschen Höhlen- und Karstforscher

Pflanzen des Jahres 2019

Baum des Jahres – Flatter-Ulme- Kuratorium „Baum des Jahres“
Blume des Jahres Besenheide – Loki Schmidt Stiftung
Orchidee des Jahres -Dreizähnige Knabenkraut – Arbeitskreis heimische Orchideen
Pilz des Jahres – grüne Knollenblätterpilz – Dt. Gesellschaft für Mykologie
Gemüse des Jahres – Gurke – Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt
Heilpflanze des Jahres Echtes Johanniskraut– NHV Theophrastus
Arzneipflanze des Jahres – Weißdorn- Studienkreis „Entwicklungsgeschichte Arzneipflanzen“
Staude des Jahres –Disteln- Bund deutscher Staudengärtner

Lebensräume des Jahres 2019

Flusslandschaft des Jahres -Die Lippe – NaturFreunde Deutschlands
Waldgebiet des Jahres –urbane Wälder an Rhein und Ruhr -Bund dt. Fortsleute
Boden des Jahres – der Kippenboden – Kuratorium Boden des Jahres

Das Reh – Wildtier des Jahres 2019

Der Lebensraum für das scheue Reh schwindet und die Kitze sind durch die Landwirtschaft bedroht. Um darauf aufmerksam zu machen und auch das scheue Wildtier besser vorzustellen, hat die Wildtier Stiftung das Reh zum Tier des Jahres 2019 ernannt.

Rehe sind uns allen bekannt, aber wissen wir wirklich alles über sie? Um sie den Menschen ein wenig näher zu bringen und auf sie aufmerksam zu machen, ist das Reh das Tier des Jahres 2019.

Steckbrief Reh

Wissenschaftlicher NameCapreolus capreolus
Englischer Name:  deer
Familie: Hirsche (Cervidae)
Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
Vorkommen: Europa und Asien
Lebensraum: strukturierte Mischwälder, Randzonen der Wälder sowie Feldflur
Größe: 90 bis 140 Zentimeter
Gewicht: 15 bis 22 Kilogramm
Paarungszeit: Mitte Juli bis Mitte August
Tragzeit: 9,5 Monate
Jungtiere: 1 bis 2, selten drei
Nahrung: Kräuter, Blüten, Knospen, Triebe

Das scheue Fluchttier

Das Reh ist die kleinste Hirschart und ein scheues Fluchttier. Sein gesamter Körperbau ist darauf ausgerichtet, schnell zu flüchten, falls Gefahr droht. Die Wirbelsäule fällt ab, so dass der hintere Rücken höher liegt als der Schulterbereich. Die Beine sind recht lang im Verhältnis zum restlichen Körper. Im Sprunggelenk sind die Hinterläufe abgeknickt. Durch diesen Körperbau können die Tiere recht schnell ins Unterholz fliehen und sich verstecken. Durch seinen ausgeprägten Geruchssinn bekommt es Annäherungen mit, noch bevor es gesehen wird.

Lebensraum der Rehe

Rehen leben in einer gut strukturierten Landschaft mit Mischwäldern und Feldflur. Dennoch begeben sich die Tiere auf Suche nach Nahrung bis in menschliche Ansiedlungen vor und bedienen sich in den Gärten. Nur die Männchen tragen ein dreiendiges Geweih, welches jährlich abgeworfen wird. Dieses bis zu 20 Zentimeter lange Geweih dient für den Kampf mit den Artgenossen sowie zur Markierung des Reviers anhand von Duftdrüsen an der Basis des Geweihs. Unter einer Basthaut bildet sich dann ab November ein neues Geweih. Im Frühjahr streifen die Rehböcke diese Basthaut ab, indem sie an Büschen und Bäumen entlang fegen.

Änderung der Fellfarbe

Während das Reh im Sommer eine braun-rote bis fahlgelbe Körperbehaarung besitzt sowie einen hellen Unterbauch und helle Innenseiten der Läufe, verändert sich die Fellfarbe zum Winter in hell- bis dunkelgrau. Zudem sind die Haare des Winterfells hohl für eine bessere Isolierung bei kalten Temperaturen. Der im Sommer gelblich-weiße Spiegel, der Bereich um den After, ist im Winter viel stärker ausgeprägt. Bei den Weibchen ist er durch Haarbüschel kleeblattförmig, bei den Männchen eher nierenförmig.

Fortpflanzung beim Reh

Rehe sind standorttreue Säugetiere. Rehböcke besetzen für mehrere Jahre ein Territorium. Die Ricken sind nach der Geburt eher einzelgängerisch und verteidigen ihr Revier dann auch gegen andere Ricken. Im Herbst versammeln sich sich in kleinen Gruppen, weil dies für die Tiere mehr Sicherheit bedeutet.
Mitte Juli bis Mitte August paaren sich die Rehe. Das befruchtete Ei verfällt dann in eine Keimruhe. Erst ab Dezember beginnt es sich zu entwickeln. Im Mai und Juni werden dann bis zu zwei, selten drei Rehkitze geboren.

Gefährdung des scheuen Wildtieres

Das Reh ist die häufigste Hirschart in Europa und hat mit 2,5 Millionen Exemplaren stabile Bestände. Dennoch ist es in Gefahr. Gerne verstecken die Ricken ihre Kitze im hohen Gras oder auf den Feldern. Wenn die Mäharbeiten zu früh stattfinden, kommen dabei viele Kitze um. Auch sind jährlich an die 200.000 Rehe in tödliche Straßenunfälle verwickelt. Daher sieht es die Deutsche Wildtierstiftung als wichtig an, auf die Situation des Rehs hinzuweisen, damit es auch eine Zukunft hat.