Echtes Johanniskraut – Heilpflanze des Jahres 2019

Echte Johanniskraut - Heilpflanze des Jahres 2019

Wenn im Juni Waldränder und Böschungen gelb leuchten, dann blüht das Echte Johanniskraut. Um das Vertrauen in diese alte Heilpflanze zu stärken, ernannte sie der Verein NHV Theophrastus zur Heilpflanze des Jahres 2019. 

Bereits zum zweiten Mal darf sich das Johanniskraut Heilpflanze des Jahres nennen. Im Jahr 2015 wurde sie schon einmal dazu gekürt und nun für2019. Mit ihrer Vielschichtigkeit an Wirkungen habe sie dies verdient.

Steckbrief Echtes Johanniskraut

Wissenschaftlicher NameHypericum perforatum
Englischer Name:  St. Johns wort
Familie: Johanniskrautgewächse (Hypericaceae)
Ordnung: Malpighienartige (Malpighiales)
Vorkommen: Europa und Westasien, Neophyt in Ostasien,Nord- und Südamerika sowie Australien
Lebensraum: gleichmäßig trockene bis feuchte, stickstoffarme Böden an Waldrändern, Lichtungen und Böschungen
Größe: 15 bis 100 Zentimeter
Blütezeit: um Johannistag (24. Juni)

Johanniskraut oder Herrgottsblut

Das Echte Johanniskraut ist eine krautige, ausdauernde Pflanze mit bis zu 50 Zentimeter tief reichenden Wurzeln. Um den Tag Johannes des Täufers (24.Juni) herum blüht sie goldgelb. Sie steht aufrecht und der Stängel ist mit Mark gefüllt.Die gegenständigen, länglichen Laubblätter sind eng mit Drüsen besetzt. Die Gewebelücken der Blütenblätter sind mit rotem Hypericin gefüllt, welches beim Zerreiben die Hände rot färbt. Daher der Name „Herrgottsblut“.

Sonne in den Blüten gefangen

Die Blüte beginnt im Juni, dauert aber bis zum September am. Mit den goldgelben Blüten assoziieren die Menschen seit jeher Licht und Sonne. Die Blüten sitzen in einer Trugdolde. Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch sowie fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf Millimeter langen Kelchblätter überragen den Fruchtknoten und sind ebenfalls drüsenbesetzt. Die Kronblätter sind 13 Millimeter lang, goldgelb und einseitig gezähnt. Daher erinnert die Blüte ein wenig an ein Windrad. Bis zu 100 Staubblätter sitzen zu je drei Büscheln in der Blüte. Es bildet sich eine bis zu 10 Millimeter lange, dreifächrige Spaltkapsel, in der sich gebogene, ein Millimeter lange Samen befinden. Es findet eine Fremdbestäubung durch Insekten statt und der Wind oder auch Tiere sorgen für die Ausbreitung.

Wirkung von Johanniskraut

Das Echte Johanniskraut gilt als Stimmungsaufheller sowie Beruhigungsmittel. Früher wurde es um die Sonnenwende im Feuer verbrannt als Schutz vor Dämonen, Geistern und Hexen. Außer der Wurzel werden alle Pflanzenteile in der Medizin genutzt. Es sind die Stoffe Hypericin, Pseudohypericin, Flavonoide und Hyperfarin, welche für die beruhigende Wirkung verantwortlich sind. Wie genau sie zusammen wirken, ist jedoch nicht vollständig geklärt. Auf der Haut hat Johanniskraut eine entzündungshemmende Wirkung und beruhigt trockene, schuppige Haut. Da sie als Heilpflanze genutzt wird, wird sie landwirtschaftlich angebaut. Außerhalb der landwirtschaftlichen Nutzflächen wird sie oft als Unkraut angesehen.

Johanniskraut und Photosensibilität

Bei der Einnahme von Johanniskraut muss man vorsichtig sein. Das darin enthaltene Hypericin kann die Haut sensibilisieren und photoallergische Reaktionen auslösen, wenn die Haut mit Sonnenlicht in Berührung kommt. Es kann dann zu starken Rötungen und brennenden Bereichen kommen. Daher sollten Menschen, die Johanniskrautpräparate zu sich nehmen, vorsichtig in den Sommermonaten sein.

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