Echtes Johanniskraut – Heilpflanze des Jahres 2019

Wenn im Juni Waldränder und Böschungen gelb leuchten, dann blüht das Echte Johanniskraut. Um das Vertrauen in diese alte Heilpflanze zu stärken, ernannte sie der Verein NHV Theophrastus zur Heilpflanze des Jahres 2019. 

Bereits zum zweiten Mal darf sich das Johanniskraut Heilpflanze des Jahres nennen. Im Jahr 2015 wurde sie schon einmal dazu gekürt und nun für2019. Mit ihrer Vielschichtigkeit an Wirkungen habe sie dies verdient.

Steckbrief Echtes Johanniskraut

Wissenschaftlicher NameHypericum perforatum
Englischer Name:  St. Johns wort
Familie: Johanniskrautgewächse (Hypericaceae)
Ordnung: Malpighienartige (Malpighiales)
Vorkommen: Europa und Westasien, Neophyt in Ostasien,Nord- und Südamerika sowie Australien
Lebensraum: gleichmäßig trockene bis feuchte, stickstoffarme Böden an Waldrändern, Lichtungen und Böschungen
Größe: 15 bis 100 Zentimeter
Blütezeit: um Johannistag (24. Juni)

Johanniskraut oder Herrgottsblut

Das Echte Johanniskraut ist eine krautige, ausdauernde Pflanze mit bis zu 50 Zentimeter tief reichenden Wurzeln. Um den Tag Johannes des Täufers (24.Juni) herum blüht sie goldgelb. Sie steht aufrecht und der Stängel ist mit Mark gefüllt.Die gegenständigen, länglichen Laubblätter sind eng mit Drüsen besetzt. Die Gewebelücken der Blütenblätter sind mit rotem Hypericin gefüllt, welches beim Zerreiben die Hände rot färbt. Daher der Name „Herrgottsblut“.

Sonne in den Blüten gefangen

Die Blüte beginnt im Juni, dauert aber bis zum September am. Mit den goldgelben Blüten assoziieren die Menschen seit jeher Licht und Sonne. Die Blüten sitzen in einer Trugdolde. Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch sowie fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf Millimeter langen Kelchblätter überragen den Fruchtknoten und sind ebenfalls drüsenbesetzt. Die Kronblätter sind 13 Millimeter lang, goldgelb und einseitig gezähnt. Daher erinnert die Blüte ein wenig an ein Windrad. Bis zu 100 Staubblätter sitzen zu je drei Büscheln in der Blüte. Es bildet sich eine bis zu 10 Millimeter lange, dreifächrige Spaltkapsel, in der sich gebogene, ein Millimeter lange Samen befinden. Es findet eine Fremdbestäubung durch Insekten statt und der Wind oder auch Tiere sorgen für die Ausbreitung.

Wirkung von Johanniskraut

Das Echte Johanniskraut gilt als Stimmungsaufheller sowie Beruhigungsmittel. Früher wurde es um die Sonnenwende im Feuer verbrannt als Schutz vor Dämonen, Geistern und Hexen. Außer der Wurzel werden alle Pflanzenteile in der Medizin genutzt. Es sind die Stoffe Hypericin, Pseudohypericin, Flavonoide und Hyperfarin, welche für die beruhigende Wirkung verantwortlich sind. Wie genau sie zusammen wirken, ist jedoch nicht vollständig geklärt. Auf der Haut hat Johanniskraut eine entzündungshemmende Wirkung und beruhigt trockene, schuppige Haut. Da sie als Heilpflanze genutzt wird, wird sie landwirtschaftlich angebaut. Außerhalb der landwirtschaftlichen Nutzflächen wird sie oft als Unkraut angesehen.

Johanniskraut und Photosensibilität

Bei der Einnahme von Johanniskraut muss man vorsichtig sein. Das darin enthaltene Hypericin kann die Haut sensibilisieren und photoallergische Reaktionen auslösen, wenn die Haut mit Sonnenlicht in Berührung kommt. Es kann dann zu starken Rötungen und brennenden Bereichen kommen. Daher sollten Menschen, die Johanniskrautpräparate zu sich nehmen, vorsichtig in den Sommermonaten sein.

Die Besenheide – Blume des Jahres 2019

Im Spätsommer leuchten die Heidelandschaften dank der Besenheide in einem purpurnen Farbenmeer auf. Doch der Lebensraum schwindet. Um darauf aufmerksam zu machen, ist die Besenheide die Blume des Jahres 2019. 

Als Zierpflanze findet die Besenheide in vielen Gärten im Spätsommer Einzug, weil sie anfängt zu blühen, wenn schon alle anderen Blumen verblüht sind. Doch leider zählt sie zu den gefährdeten Pflanzen, weil ihr Lebensraum abnimmt. Daher kann sie als Blume des Jahres 2019 für sich werben.

Steckbrief Besenheide

Wissenschaftlicher NameCalluna vulgaris 
Englischer Name:  Heather flower
Familie: Heidekrautgewächse (Ericaceae)
Ordnung: Heidekrautartige (Ericales)
Vorkommen: Mittel- und Nordeuropa, Neophyt in Nordamerika
Lebensraum: trockene bis wechselfeuchte, magere, saure, sandige Böden
Größe: 30 bis 100 Zentimeter
Blütezeit: Spätsommer bis Herbst
Besonderheit: Säureanzeiger

Immergrüner Zwergstrauch

Die Besenheide ist ein kleiner, stark verzweigter immergrüner Zwergstrauch. Mit den leuchtend grünen Blättern und den bunten Blüten stellt sie einen schönen Kontrast zu anderen Pflanzen dar, weshalb sie eine beliebte Zierpflanze ist. Sie findet sich in den norddeutschen Heidelandschaften, aber auch in Hochmooren und in den Gebirgen bis zu 2700 Metern. Mit ihren Wurzeln verankert sie sich tief im Boden. An ihrem Wuchsort übersteht sie alle Witterungen und kann bis zu 40 Jahre alt werden. Die dunkelgrünen Blätter sind wenige Millimeter groß und liegen gegenständig und eng an den Ästen an.

Farbenmeer im Herbst

Die kleinen, glockenförmigen Blüten, die Trauben bilden, verwandeln die Heidelandschaften oder alten Brachlandschaften in ein blühendes Farbenmeer. Sie erblühen weiß, rosa oder in einem kräftigen purpur. Die Kronblätter selbst sind unscheinbar und die Kelchblätter doppelt so lang. Eine Blüte besitzt acht Staubblätter mit je zwei hornartigen Anhängseln, die den Pollen entlassen, wenn sie sich öffnen. Nach der Befruchtung bildet sich eine vielsamige Samenkapsel, welche durch den Wind verbreitet wird.

Mehrere Lebenszyklen der Besenheide

Was viele, die sich die Besenheide für einen Herbst in den Garten holen, nicht wissen, ist, dass die Besenheide mehrere Lebenszyklen durchläuft. In der Pionierphase besitzt sie ein recht lückenhaftes Wachstum und wird kaum 15 Zentimeter groß. In der Aufbauphase erreicht sie bereits 40 Zentimeter, wächst richtig dicht und bildet eine üppige Blüte aus. Dies ist mit rund vier Jahren der Fall. In der Reifephase beginnt die Verholzung und sie wird 100 Zentimeter groß. Von der Mitte her stirbt sie langsam ab und wird kahl in der Degenerationsphase. Auf den Boden aufliegende Zweige treiben neue Wurzeln aus, so dass häufig eine ringförmige Struktur mit kahler Mitte entsteht.

Wichtig für Insekten

Die üppige Blüte der Besenheide liefert sehr viel Nektar, weshalb sie auch bei Imkern beliebt ist als Bienenweide. Die Bienen produzieren aus dem Nektar den Heidehonig. Aber auch andere Insekten finden in der Besenheide eine Futterquelle wie auch Brutstätte. Verschwindet die Besenheide, verschwinden demnach auch Insekten.

Gefährdung der Besenheide

Die Besenheide steht für die Heidelandschaft. Und diese verschwindet. Zum einen durch die Bebauung, aber auch durch einen verstärkten Stickstoffeintrag, welcher zu einer Überdüngung führt. Die Wurzelbildung der Besenheide wird dadurch eingeschränkt und Gras überwuchert die Landschaft. Die Heidelandschaft ist eine kulturelle Landschaft, hauptsächlich in Norddeutschland zu finden. Aber sie muss gepflegt werden, damit sie erhalten bleibt. Daher hat die Loki-Schmidt-Stiftung stellvertretend für die gesamte Heidelandschaft zur Blume des Jahres 2019 gekürt.

Tiere und Pflanzen des Jahres 2019

Jedes Jahr küren verschiedene Organisationen die Natur des Jahres. Damit wollen sie auf bestimmte Tiere und Pflanzen aufmerksam machen, die entweder zu den bedrohten Arten zählen oder eine besondere Anerkennung verdienen. 

In aller Kürze sollen hier die Tiere und Pflanzen des Jahres 2019 in den einzelnen Kategorien vorgestellt werden. Wer ist es geworden und steht im kommenden Jahr im Fokus?

Tiere des Jahres 2019

Wildtier des Jahresdas Reh – Deutsche Wildtierstiftung
Vogel des Jahresdie Feldlerche – NABU
Lurch des Jahres – Bergmolch – Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde
Fisch des Jahresder Atlantische Lachs – Verband deutscher Sporttaucher, das Bundesamt für Naturschutz und der Deutsche Anglerfischverband
Schmetterling des Jahres – das Schachbrett – Bund NRW Naturschutzstiftung
Insekt des Jahres –Rostrote Mauerbiene – BFA Entomologie im NABU
Libelle des Jahres – Schwarze Heidelibelle- BUND
Wildbiene des Jahres –schwarzblaue Sandbiene – Arbeitskreis Wildbienen-Kataster
Nutztierrasse des Jahres –Mangalitza Wollschwein- Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen
Höhlentier des Jahres – Gemeine Höhlenstelzmücke – Verband der deutschen Höhlen- und Karstforscher

Pflanzen des Jahres 2019

Baum des Jahres – Flatter-Ulme- Kuratorium „Baum des Jahres“
Blume des Jahres Besenheide – Loki Schmidt Stiftung
Orchidee des Jahres -Dreizähnige Knabenkraut – Arbeitskreis heimische Orchideen
Pilz des Jahres – grüne Knollenblätterpilz – Dt. Gesellschaft für Mykologie
Gemüse des Jahres – Gurke – Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt
Heilpflanze des Jahres Echtes Johanniskraut– NHV Theophrastus
Arzneipflanze des Jahres – Weißdorn- Studienkreis „Entwicklungsgeschichte Arzneipflanzen“
Staude des Jahres –Disteln- Bund deutscher Staudengärtner

Lebensräume des Jahres 2019

Flusslandschaft des Jahres -Die Lippe – NaturFreunde Deutschlands
Waldgebiet des Jahres –urbane Wälder an Rhein und Ruhr -Bund dt. Fortsleute
Boden des Jahres – der Kippenboden – Kuratorium Boden des Jahres

Das Reh – Wildtier des Jahres 2019

Der Lebensraum für das scheue Reh schwindet und die Kitze sind durch die Landwirtschaft bedroht. Um darauf aufmerksam zu machen und auch das scheue Wildtier besser vorzustellen, hat die Wildtier Stiftung das Reh zum Tier des Jahres 2019 ernannt.

Rehe sind uns allen bekannt, aber wissen wir wirklich alles über sie? Um sie den Menschen ein wenig näher zu bringen und auf sie aufmerksam zu machen, ist das Reh das Tier des Jahres 2019.

Steckbrief Reh

Wissenschaftlicher NameCapreolus capreolus
Englischer Name:  deer
Familie: Hirsche (Cervidae)
Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
Vorkommen: Europa und Asien
Lebensraum: strukturierte Mischwälder, Randzonen der Wälder sowie Feldflur
Größe: 90 bis 140 Zentimeter
Gewicht: 15 bis 22 Kilogramm
Paarungszeit: Mitte Juli bis Mitte August
Tragzeit: 9,5 Monate
Jungtiere: 1 bis 2, selten drei
Nahrung: Kräuter, Blüten, Knospen, Triebe

Das scheue Fluchttier

Das Reh ist die kleinste Hirschart und ein scheues Fluchttier. Sein gesamter Körperbau ist darauf ausgerichtet, schnell zu flüchten, falls Gefahr droht. Die Wirbelsäule fällt ab, so dass der hintere Rücken höher liegt als der Schulterbereich. Die Beine sind recht lang im Verhältnis zum restlichen Körper. Im Sprunggelenk sind die Hinterläufe abgeknickt. Durch diesen Körperbau können die Tiere recht schnell ins Unterholz fliehen und sich verstecken. Durch seinen ausgeprägten Geruchssinn bekommt es Annäherungen mit, noch bevor es gesehen wird.

Lebensraum der Rehe

Rehen leben in einer gut strukturierten Landschaft mit Mischwäldern und Feldflur. Dennoch begeben sich die Tiere auf Suche nach Nahrung bis in menschliche Ansiedlungen vor und bedienen sich in den Gärten. Nur die Männchen tragen ein dreiendiges Geweih, welches jährlich abgeworfen wird. Dieses bis zu 20 Zentimeter lange Geweih dient für den Kampf mit den Artgenossen sowie zur Markierung des Reviers anhand von Duftdrüsen an der Basis des Geweihs. Unter einer Basthaut bildet sich dann ab November ein neues Geweih. Im Frühjahr streifen die Rehböcke diese Basthaut ab, indem sie an Büschen und Bäumen entlang fegen.

Änderung der Fellfarbe

Während das Reh im Sommer eine braun-rote bis fahlgelbe Körperbehaarung besitzt sowie einen hellen Unterbauch und helle Innenseiten der Läufe, verändert sich die Fellfarbe zum Winter in hell- bis dunkelgrau. Zudem sind die Haare des Winterfells hohl für eine bessere Isolierung bei kalten Temperaturen. Der im Sommer gelblich-weiße Spiegel, der Bereich um den After, ist im Winter viel stärker ausgeprägt. Bei den Weibchen ist er durch Haarbüschel kleeblattförmig, bei den Männchen eher nierenförmig.

Fortpflanzung beim Reh

Rehe sind standorttreue Säugetiere. Rehböcke besetzen für mehrere Jahre ein Territorium. Die Ricken sind nach der Geburt eher einzelgängerisch und verteidigen ihr Revier dann auch gegen andere Ricken. Im Herbst versammeln sich sich in kleinen Gruppen, weil dies für die Tiere mehr Sicherheit bedeutet.
Mitte Juli bis Mitte August paaren sich die Rehe. Das befruchtete Ei verfällt dann in eine Keimruhe. Erst ab Dezember beginnt es sich zu entwickeln. Im Mai und Juni werden dann bis zu zwei, selten drei Rehkitze geboren.

Gefährdung des scheuen Wildtieres

Das Reh ist die häufigste Hirschart in Europa und hat mit 2,5 Millionen Exemplaren stabile Bestände. Dennoch ist es in Gefahr. Gerne verstecken die Ricken ihre Kitze im hohen Gras oder auf den Feldern. Wenn die Mäharbeiten zu früh stattfinden, kommen dabei viele Kitze um. Auch sind jährlich an die 200.000 Rehe in tödliche Straßenunfälle verwickelt. Daher sieht es die Deutsche Wildtierstiftung als wichtig an, auf die Situation des Rehs hinzuweisen, damit es auch eine Zukunft hat.

Der Atlantische Lachs – Fisch des Jahres 2019

Der Atlantische Lachs ist ein in Deutschland vom Aussterben bedrohter Fisch, weshalb er zum Fisch des Jahres 2019 gekürt wurde. 

Der Atlantische Lachs ist ein begehrter Speisefisch. Doch die Flüsse sind nicht mehr passierbar und der Atlantische Lachs findet keine Laichgründe mehr, so dass er sich nicht fortpflanzen kann. Daher steht er auf der Roten Liste „Vom Aussterben bedroht“. Um dafür zu kämpfen, dass die Flüsse wieder durchgängig gemacht werden und attraktive Laichhabitate entstehen, wurde der Atlantische Lachs zum Fisch des Jahres 2019 gekürt.

Steckbrief Atlantischer Lachs

Wissenschaftlicher NameSalmo salar
Englischer Name:  Atlantic salmon
Familie: Salmoniden
Ordnung: Lachsartige (Salmonidae)
Vorkommen: Atlantische Ozean sowie Flüsse Europas, Nordamerikas und Kanada
Lebensraum: kühleres Wasser mit gemäßigter bis starker Strömung
Größe: 60 bis 150 Zentimeter
Gewicht: 3 bis 15 Kilogramm, selten bis 48 Kilogramm
Laichzeit: Herbst
Eiablage: 2.000 Eier pro Kilogramm Körpergewicht
Nahrung: wirbellose Tiere wie Garnelen, kleine Fische, Heringe, Sandaal

Der Fisch aus Süß- und Salzwasser

Der Atlantische Lachs zählt zu den anadromen Fischen, d.h. einen Teil seines Lebens verbringt er im Süßwasser und einen Teil im Salzwasser. Dies führt zu äußeren und inneren Veränderungen, um sich den jeweiligen Bedingungen anzupassen. Das Leben des Lachses beginnt im Süßwasser. Dort legen die weiblichen Fische die Eier ab und dort schlüpfen die Jungaale. Als Jungfische wandern sie mit etwa einem Jahr ins Meer, wo sie ihre Zeit bis zur Geschlechtsreife verbringen. Danach wandern sie zurück ins Süßwasser, um sich an ihrem Geburtsort fortzupflanzen. Während sie sich als Jungfische und später im Meer gut ernähren, nehmen sie auf der Wanderschaft zu den Laichgebieten keine Nahrung mehr zu sich. Daher passiert es oft, dass die Fische nach dem Ablaichen vor Entkräftung sterben.

Anpassung an den Lebensraum

Mit dem veränderten Lebensraum finden verschiedene Anpassungen beim Atlantischen Lachs statt. Im Süßwasser haben die Tiere blaue und rötliche Punkte, um Meer dann schwarze Punkte. Beim Übergang ins Salzwasser nehmen sie eine silbrig-blaue Färbung an, um von Vögeln nicht mehr erkannt zu werden. Schwammen sie in den Flüssen noch gegen den Strom, „surfen“ sie im Meer nun mit den Strömungen. Und es finden innere Anpassungen statt aufgrund der veränderten Osmose von Salz- zu Süßwasser. Während der Laichzeit nehmen die Männchen eine intensive moosgrüne Färbung mit roten und goldenen Farben an. Der Bauch bleibt weißlich.

Faszinierender Fisch

Mit seinem spindelförmigen Körper gleicht der Atlantische Lachs oftmals der Meeres- oder auch Seeforelle. Dennoch ist ihm zu eigen sein langer Schwanzstil sowie die deutlich eingebuchtete Schwanzflosse. Er hat einen spitzen Kopf und die Mundspalte reicht bis hinter die Augen. In der Körpermitte finden sich Bauch- und Rückenflosse. Wenn die Tiere geschlechtsreif sind, wandern sie von Frühjahr bis Herbst zurück an ihre Geburtsorte. Auf ihrer Wanderung können sie Hindernisse bis zu zwei Meter überspringen. Bis zu zehn Jahre können die Lachse alt werden, wobei sie mit vier bis sechs Jahren die Geschlechtsreife erreichen. Wenn die Eier abgelegt sind, betreiben sie keine Brutpflege. Die Jungtiere sind nach dem Schlüpfen sich selbst überlassen. Die optimale Temperatur zum Schlüpfen liegt zwischen vier und 16 Tage.

Vom Aussterben bedroht

Ab dem 20.Jahrhundert griff der Mensch massiv in die Ökosysteme und damit schwanden auch die Atlantischen Lachse. Zum einen durch Überfischung, weil sie beliebte Speisefische sind. Aber auch durch massive Umgestaltungen von Gewässern. Mitte des 20.Jahrhunderts waren die Fische aus dem Rhein verschwunden. In der Tschechischen Republik und der Schweiz ist er bereits ausgestorben. Um auf sie aufmerksam zu machen und mehr Beachtung auf die Durchgängigkeit von Gewässern zu bringen, hat der Verband deutscher Sporttaucher, das Bundesamt für Naturschutz und der Deutsche Anglerfischverband den Atlantischen Lachs zum Fisch des Jahres 2019 zu küren. Um den Lachs wieder anzusiedeln, werden jährlich hunderttausende Jungfische ausgesetzt. Nur ein Bruchteil von ihnen kommt jemals zum Laichen wieder.

Die Feldlerche – Vogel des Jahres 2019

Zum Vogel des Jahres 2019 wurde ein recht unscheinbarer Vogel gekürt – die Feldlerche. Damit trägt sie bereits zum zweiten Mal den Titel.

Leider hat die erste Warnung nichts gebracht und die Anzahl der Brutpaare hat sich weiter dezimiert. Einst ein Allerweltsvogel, der überall in der menschlichen Kulturlandschaft anzutreffen war, ist die Feldlerche inzwischen ein gefährdeter Vogel, welcher auch auf der Roten Liste Kategorie 3 „gefährdet“ steht.

Steckbrief Feldlerche

Wissenschaftlicher NameAlauda arvensis
Englischer Name:  Skylark
Familie: Lerchen (Alaudidae)
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Vorkommen: weltweit in Europa, Asien und Nordafrika
Lebensraum: wenig feuchte, weite offene Flächen, landwirtschaftliche Kulturflächen
Größe: 16 bis 18 Zentimeter, Flügelspannweite 30 bis 35 Zentimeter
Gewicht: 30 bis 45 Gramm
Balzzeit: März bis April
Brutzeit: April bis Juli, oft zwei Bruten
Gelege: 2-6 grau-gelbe Eier mit braunen Sprenkeln
Nahrung: tierische (Insekten) und pflanzliche (Samen, Keime, Gras) Nahrung

Gute Tarnung in der Landschaft

Mit ihrem bräunlichen, gestreiften Gefieder ist die Feldlerche wunderbar in der Kulturlandschaft getarnt. Häufig wird sie zuerst gehört und dann erst gesehen. Der Rücken ist beige bis rötlichbraun gestreift, der Bauch und die Flügelunterseiten sind weiß. Die Schwanzfedern besitzen eine dunkle Unterseite sowie weiße Ränder. Die Brust ist mehr ins helle braun und gestreift. Über dem Auge besitzen die Feldlerchen einen weißen Streifen und sie haben einen hellen Wangenfleck. Die Männchen haben eine kurze Haube, welche sie in der Balz aufstellen können. Der hornfarbene, kräftige Schnabel ist gerade, die Augen schwarz. Sie besitzen eine lange Hinterkralle, auch Lerchensporn genannt.

Gesang der Feldlerche

Die Feldlerche, vor allem die Männchen, haben einen lauten Gesang, der von Ende Januar bis Juli von morgens bis abends erklingt. Sie singen und tanzen balzend am Himmel, stürzen sich im Sturzflug zu Boden, um knapp davor wieder nach oben zu ziehen. Seltener trällern sie ihr Lied am Boden. Bis zu 15 Minuten kann das Männchen seinen Gesang vortragen. Der Gesang der Feldlerche ist sehr abwechslungsreich mit trillernden und rollenden Tönen. Damit möchte das Männchen auf sich aufmerksam machen. Weiterhin markiert er mit dem Gesang sein Revier. Die Weibchen singen um einiges leiser und mehr am Boden als in der Luft.

Feldlerche als Nesthocker

Die Feldlerche bleibt während der Paarung, dem Brüten und der Aufzucht der Jungtiere zusammen. Das Weibchen legt zwei bis sechs grau-gelbe, durch feine braune Flecken gesprenkelte Eier sieben Zentimeter tiefe Mulde, die mit Tierhaaren und Pflanzenteilen ausgepolstert wurde. Das Brüten übernimmt alleine das Weibchen. Bis zu 12 Tage werden die Eier bebrütet, bevor die Jungen schlüpfen. Sie verbleiben dann weitere zwei Wochen im Nest, bevor sie langsam die Umgebung auf dem Boden erkunden. Die ersten Tage laufen sie den Eltern hinterher und werden durch sie mit Nahrung versorgt. Mit rund drei Wochen werden die Jungtiere flügge.

Feldlerche als Kurzstreckenzieher

Je nach dem, wo die Feldlerche beheimatet ist in Europa, zieht sie kurze Strecken oder bleibt vor Ort. In den Gebieten, wo es im Winter keine lang andauernde Schneedecke gibt, bleiben die Vögel als Standvogel vor Ort. In den Gebieten mit dichter Schneedecke ziehen die Vögel im Winter in den Mittelmeerraum und teilweise bis zur Sahara. Ab Mitte Januar kehren sie dann nach Europa zurück.

Gefährdeter Vogel

Die Feldlerche ist der häufigste Offenlandvogel in Mitteleuropa. Im Jahr 2008 wurden noch 2,1 bis 3,2 Millionen Brutpaare geschätzt. Doch seitdem ist die Feldlerche stark zurückgegangen. Es wird mit einem Rückgang seit den 70er Jahren um 50 bis zu teilweise 90 Prozent gesprochen. Zwar zählt sie weltweit als ungefährdet, doch in Deutschland ist sie in der Roten Liste Kategorie 3.

Die intensive Bewirtschaftung der Böden sowie die Monokulturen mit wenig Abwechslung verdrängen die Feldlerche in Deutschland. Sie findet keine Brutplätze mehr. Oder sie brütet dann in den freien Traktorspuren, wo sie überfahren werden. Auch extensives Mähen führt zur Zerstörung der Nester. Durch den Einsatz von Pestiziden wird die Nahrung der Feldlerche dezimiert. Es muss ein Umdenken stattfinden, damit der Gesang der Feldlerche auch in Zukunft in Deutschland zu hören ist.